Ausklang der Fastnacht beim Fastenessen der CDU Singen

2026-02-22 Fastenessen CDU Singen. Von rechts nach links: CDU-Landtagskandidat Christoph Stetter, CDU Stadtverbandsvorsitzender der CDU Singen Daniel Petzold, Staatssekretärin Sabine Kurtz, MdL, Veronika Netzhammer, CDU-Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat Singen Dr. Franz Hirschle

Nach dem närrischen Treiben wird es in Singen langsam wieder ruhiger. Die Fastnacht ist vorbei – und doch liegt noch etwas in der Luft: dieses typische Gefühl, dass nach den lauten Tagen etwas Neues beginnt. Genau diesen Moment nutzt die CDU Singen seit Jahren für ihr Fastenessen. Auch diesmal kamen Mitglieder und Gäste zusammen, um sich bewusst Zeit zu nehmen: zum Innehalten, zum Austausch – und für klare politische Botschaften.

Mit Staatssekretärin Sabine Kurtz (Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg) und dem Landtagskandidaten für den Wahlkreis Singen-Stockach, Christoph Stetter, hatte der Stadtverband zwei Gäste eingeladen, die unterschiedliche Ebenen zusammenbrachten: die Landespolitik aus Stuttgart und die Themen, die in der Region ganz konkret spürbar sind.

Schon im Grußwort machte der CDU-Vorsitzende Daniel Petzold deutlich, warum dieses Format mehr ist als ein Termin im Kalender. Fastenzeit, sagte er sinngemäß, sei eine gute Gelegenheit, sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren – und neu zu priorisieren, was wirklich wichtig ist. Für Petzold gehörte dazu auch der Blick auf die anstehende Wahl: Baden-Württemberg brauche wieder eine CDU-geführte Landesregierung, um Politik machen zu können, die „verbindlich, verlässlich und wirtschaftlich sinnvoll“ sei.

Während Petzold den Rahmen setzte, schlug Christoph Stetter den Bogen zum Alltag vieler Menschen in Singen und im Hegau. Er warb nicht mit großen Versprechen oder glänzenden Konzeptpapieren, sondern mit einem Ansatz, der im Saal spürbar auf Aufmerksamkeit stieß: zuhören statt verkünden. Er nehme sich gerne Zeit, um mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen, betonte er. Und er verstehe sich nicht als jemand, der Ideen „von oben“ liefere, die am Ende an der Realität oder am Koalitionspartner scheitern. Stetter beschrieb sich vielmehr als Übersetzer der Themen aus der Region – als jemand, der das, was die Menschen vor Ort bewegt, konsequent „nach Stuttgart in den Landtag“ tragen wolle. Sein Ziel: Unsere Region in Stuttgart wieder sichtbarer machen.

Sabine Kurtz knüpfte an den besonderen Zeitpunkt an: Der Übergang von der Fastnacht zur Fastenzeit sei eine gute Gelegenheit, bewusster zu werden – auch beim Thema Ernährung. Und wer bei Fastnacht nur an ausgelassenes Feiern denke, greife zu kurz, sagte sie: Fastnacht sei gelebtes Brauchtum, tief verwurzelt in der Heimat. Gerade in Zeiten der Globalisierung müsse man solche Traditionen pflegen, weil sie Identität stiften und Menschen verbinden.

Doch Kurtz blieb nicht beim Kulturellen stehen. Sie lenkte den Blick dorthin, wo viele nach den Krisenjahren besonders sensibel geworden sind: zur Frage, wie sicher unsere Versorgung eigentlich ist. Die Coronapandemie und der Krieg in der Ukraine hätten gezeigt, wie schnell Selbstverständlichkeiten ins Wanken geraten können – und wie wichtig es sei, zu wissen, woher unsere Lebensmittel kommen. Landwirtschaft vor Ort sei nicht irgendein Wirtschaftszweig, betonte Kurtz, sondern ein Fundament unserer Ess- und Genießerkultur und nicht zuletzt der gesamten Nahrungsmittelsicherheit. Wer regionale Betriebe stärke, stärke zugleich die Fähigkeit, in schwierigen Zeiten handlungsfähig zu bleiben.

Dabei ging es ihr nicht nur um „mehr Regionales“ als Schlagwort. Kurtz machte deutlich, was dahintersteht: Landwirtschaft sichere Versorgung und Qualität, halte Wertschöpfung in der Region, erhalte die Kulturlandschaft – und mache uns weniger abhängig, wenn Lieferketten ins Stocken geraten. Globalisierung sei grundsätzlich gut und wichtig, sagte sie, aber gerade in einem sensiblen Bereich wie der Nahrungsmittelerzeugung müsse der Schutz von regionalen und saisonalen Strukturen noch stärker in den Fokus rücken. Denn: Lieferketten können versagen – und dann brauche man die landwirtschaftlichen Betriebe vor Ort umso mehr.

Ein weiterer Punkt, der ihr besonders am Herzen lag: Ernährungsbildung. Vor allem in Schulen und Kindergärten werde dieses Thema immer wichtiger. Wer früh lerne, was gute Ernährung ausmacht und wie Lebensmittel entstehen, entwickle ein anderes Bewusstsein – für Gesundheit, aber auch für die Arbeit hinter dem Produkt.

Zum Schluss setzte Kurtz ein deutliches Zeichen der Wertschätzung: Landwirte seien nicht nur Nahrungsmittelerzeuger, sondern in ihrem täglichen Tun auch aktive Umwelt- und Artenschützer. Das verdiene höchsten Respekt – und so viel Unterstützung von Staat und Gesellschaft wie möglich.

So wurde aus einem Fastenessen im Gasthaus Kreuz mehr als ein gemeinsames Mahl: Es wurde ein Vormittag, der den Wechsel der Jahreszeit spürbar machte – vom Lärm der Fastnacht zur nachdenklicheren Zeit. Und einer, der zeigte, dass Politik dann interessant wird, wenn sie nicht nur über Schlagzeilen spricht, sondern über das, was Menschen in der Region wirklich bewegt.